Grauspechte Exkursion „Weilbacher Kiesgruben"

Die Grauspechte 020621GRAUSPECHTE-Weilbacher Kiesbruben in Flörsheim © K. Benedickt

Endlich, nach einem Jahr Pause, wieder Natur in der Gruppe erleben. 9 Grauspechte trafen sich an den Weilbacher Kiesgruben in Flörsheim am Main. Die erste Exkursion nach dem Beginn der Pandemie stand unter dem Eindruck einer organisatorischen Veränderung und eines Trauerfalles.

Zum Einen durfte Klaus Benedickt (NABU Rodgau), Hans Schwarting , den langjährigen Organisator der Grauspechte, für seine Verdienste um die Gruppe ehren. Hans gibt die Weiterführung der Grauspechte an Klaus Benedickt ab. Hans gebührt großer Dank für den Aufbau der agilen Seniorengruppe und seine immer gelungene Organisation, abwechslungsreiche Auswahl interessanter Biotope und örtlicher Artenkenner, die durch das Gebiet führen. Zum Anderen trauert die Seniorengruppe um eine langjähriges Vereins-/Vorstandsmitglied und Teilnehmer an den Exkursionen, Alwin Kröck. Ihm gedachten die Teilnehmer der Exkursion in einem stillen Moment.

 

 

 

Weg zum Silbersee 020621Regionalpark-Turm am Regionalparkzentrum © K. BenedicktIm Jahr 2011 wurde das zum Regionalpark Rhein-Main gehörige Regionalparkzentrum eröffnet. Es beinhaltet ein Besucherzentrum und einen 41m hohen Aussichtsturm, den Regionalpark-Turm sowie das Naturschutzhaus (Bildungszentrum) in unmittelbarer Nähe des Zentrums.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Weilbacher Kiesgruben (FFH-Gebiet) bieten Lebensraum für viele schützenswerte Tier- und Pflanzenarten. Durch die ehemalige Pflanzung von heimischen Bäumen und Sträuchern, finden hier viele Vogelarten einen hervorragenden Lebensraum. Zu den hier nachgewiesenen Vogelarten gehören unter anderem Uferseeschwalbe, Pirol, Stieglitz, Graureiher, Mäusebussard, Turmfalke, Rauchschwalben, Star, Steinschmätzer, Fluss-Regenpfeifer, Uhu, Beutelmeise, Nachtigall und Neuntöter. Im NSG werden Kaschmirziegen und Kulane (wilde Halbeselart) zur Landschaftspflege eingesetzt.

 

Klaus Dühr bestimmt 020621Klaus Dühr örtlicher Artenkenner © BenedicktDie Gruppe lauscht 020621Die Gruppe lauscht........ © K. BenedicktWir haben eine sehr vielfältige Flora und Fauna unter der Führung von Klaus Dühr (NABU Oberursel) beobachten können. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zottiger Klappertopf 020621Zottiger Klappertopf © K. Benedickt

Wiesenstorchschnabel 020621 WK 1Wiesenstorchschnabel © K. BenedicktKlatschmohn 020621Klatschmohn © K. BenedicktEinige Beispiele seien hier genannt. Am Wegesrand blühte es üppig. Der Zottige Klappertopf (rhinantus alectorolophus), der Wiesenstorchschnabel (geranium pratense) und der Klatschmohn (Papaver rhoeas) zeigten sich in leuchtenden Farben. Ein besonderes Highlight im Naturschutzgebiet Weilbacher Kiesgruben ist das Vorkommen der Nachtkerze.

 

Aurorafalter männlich 020621Aurorafalter männlich © K. Benedickt

Heckenrose gebänderter Pinselkäfer 020621Heckenrose/gebänderter Pinselkäfer ©Benedickt

210602 006 Haarblättriger Wasserhahnenfuß Ranunculus trichophyllus Weilbacher Kiesgruben Flörsheim HansSchwarting.JPGHaarblättriger Wasserhahnenfuß ©SchwartingDurch die sommerlichen Temperaturen waren die Insekten in Fluglaune. Auf wenigen Metern konnten wir Schmetterlinge wie den Aurorafalter (Anthocharis cardamines) und den Zweibrütigen Würfeldickkopffalter (pyrgus_armoricanus) sichten. Zwei gebänderte Pinselkäfer (Trichius fasciatus) besuchten gemeinsam eine Heckenrosenblüte. 

 

 

 

Auch in der Luft herrschte "Flugverkehr", Rot- (milvus milvus) und Schwarzmilan (milvus migrans) sowie eine größere Anzahl Saatkrähen und Rabenkrähen bevölkerten die Luft. Der Gesang von Pirol (oriolus oriolus) und Nachtigall (Luscinia megarhynchos) sowie der Ruf des Fasanenhanes (phasianus cholchicus) begleiteten uns ein Stücke des Weges.

 

Kaschmirziegen 020621Kaschmirziege © K. Benedickt

Kulan 020621Kulan (Wildeselart) © K. BenedcktSogar der Kulan (Equus hemionus) zeigtesich kurz und die Kaschmirziegen (Capra aegagrus) wollten wegen der Hitze doch eher in den Stall als auf das weitläufige Wiesengelände. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Graugänse Silbersee 020621Graugänse Silbersee © K. BenedicktAuf dem Silbersee (Vogelschutzgebiet, nur vom Aussichtsturm aus zu überblicken) war eine Schar Graugänse (anser anser) zu beobachten und am Uferrand flog der Graureiher (Ardea cinerea) ein. Durch die hohe Anzahl an Feuchtgebieten, finden auch viele Amphibien hier einen besonderen Lebensraum. Zu den hier vorkommenden Arten gehören unter anderem der Grünfrosch, die Kreuzkröte, die Wochselkröte und der Teichmolch (dieser ist besonders im Frühsommer in den Teichen des Naturlehrgebiets zu sichten).

 

 

 

 

 

4 Fleck Libelle 0206214-Fleck Libelle © K. BenedicktAzurjungfern im Tandem 020621Azurjungfern im Tandem © K. Benedickt

Dafür konnten wir am Nachmittag, nach dem Mittagessen am Regionalparkzentrum, mit kleinerer Gruppe noch etliche Libellenarten an den nahegelegenen Flachwasserteichen beobachten.

In einem der Teiche stand der Haarblättrige Wasserhahnenfuß (Ranunculus trichophyllus) über einer Libellenlarve. Über der Wasseroberlfäche streifte die 4-Fleck-Flachbauchlibelle (Libellula quadrimaculata) umher und zwei Hufeisen-Azurjungfern (Coenagrion puella) zeigten sich im Tandem.

 

 

Blässhuhnfamilie 020621Blässhuhnfamilie © K. BenedicktEine Blässhuhnmutter (Fulica atra) durchstreifte mit ihren rotschopfigen Kükendas mit Algen bedeckte Revier und sorgte für ein echtes Wasservogelidyll. So wurden wir durch eine üppige Artenvielfalt belohnt, wenn gleich auch die eigentlichen Raritäten des NSG, Esparsettenwidderchen, Wechselkröte oder Ringelnatter nicht gesichtet wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Geolog Fenster Schotterhang 020621Geolog Fenster Schotterhang © K. BenedicktFlachwasserteich Binsen 020621Flachwasserteich mit Binsen © K. Benedickt

Die Kiesgruben sind wegen ihrer unterschiedlichen Landschaften und der unkomplizierten Erschließung für den „Naturgucker“ immer wieder ein lohnendes Ziel. Sie sind auch ein Beispiel dafür, was man unter ökologischen Gesichtspunkten und Artenschutz aus Kiesgruben alles machen kann.

 

 

 

 

 

 

homo erectus kniensis 020621homo erectus kniensis © K. BenedicktBesuchern empfehle ich das Regionalparkzentrum an Wochenenden mit schönem Wetter eher nicht an zu fahren. Das Gelände ist an das regionale Radwegenetz angeschlossen und wird gerne als Freizeitgelände/Gastronomie besucht. Da kann es schnell ´mal richtig voll werden.

 Klaus Benedickt, NABU Rodgau

 

 

 

 

 

 

Turmfalke am Wasserturm-Jügesheim

TurmfalkeTurmfalke / ©Andreas Pulwey

 

 

 

 

 

 

 

 In der Tierwelt haben sich einige Arten die Kulturgüter der Menschheit zunutze gemacht, und haben dort Lebensraum gefunden, wo der Mensch stark in die Gestaltung dieses Planeten eingegriffen hat. Zu diesen Kulturfolgern gehört auch der Turmfalke, der seit Jahren regelmäßig im Wasserturm brütet.

 

 

NABUEulenbrutkasten / ©Kevin DahintenDamit die Vogelart, die sonst gerne in der Höhe und auf Gestein seine Jungen aufzieht auch im Wasserturm heimisch werden kann, wurde dort vor vielen Jahren ein Eulenkasten aufgehängt. Eulenbruten sind dem NABU allerdings nicht bekannt. Seit einigen Jahren schauen mit Peter Leckebusch und Andreas Pulwey zwei Ehrenamtliche jedes Jahr nach dem Bruterfolg. Dieses Jahr (2020) waren keine Eierschalen zu finden, auch keine Verdauungsreste, somit wählten die Tiere wohl einen anderen Standort für die Brut.

 

 

 

 

WespennestWespennest / ©Andreas PulweyLediglich ein kleines Wespenvolk war in den Holzkasten eingezogen. Da diese Insekten im Herbst sterben, nahm der NABU das Nest heraus und kehrte den Kasten kurz aus. Dieses Jahr halfen unsere beiden tüchtigen Mitstreiter des Bundesfreiwilligendiensts bei der Reinigungsaktion.

 

 

 

 

 

 

 

07.10. 2020 / GRAUSPECHTE am Reinheimer Teich bei Spachbrücken

Reinheimer Teich bemig 07.10.2020 Reinheimer Teich / ©B. Emig

Fiona MorrisonGute Laune der Exkursionsteilnehmer*innen / ©F. MorrisonAm Mittwoch den 7. Oktober war es wieder so weit. Die NABU-Grauspechte trafen sich zu einem Ausflug an den Reinheimer Teich bei Spachbrücken.
Der Wettergott hatte es mit den Exkursionsteilnehmer*innen sehr gut gemeint, trotz angesagtem Regen, war das Wetter schön und teilweise sogar sonnig.

 

 

 

 

Ein erlebnisreicher Tag mit tollen Beobachtungen von Eisvogel, Graugänsen, Kanadagänsen, Krickenten, Schwänen, Weißstorch, Nilgänsen konnten verzeichnet werden. Weitere Einträge findet man hier.

 

Eisvogel Foto Roland Tichai Eisvogel / ©Roland Tichai Reinheimer Teich Foto Fiona MNilgänse am Reinheimer Teich/ ©F. Morrison

Buchen Streckfuß Calliteara pudibundaReinheimer Teich b.emig 07.10.2020 34Buchen Streckfuß Calliteara pudibunda / ©B.Emig

 

 

 

 

 

 

 

 

Als krönender Abschluss wurde ein Buchenstreckfuß – auch Buchenrotschwanz genannt, von einem Biologen entdeckt  (s.Foto). Diese hübsche Raupe wird sich einmal in einen Nachtfalter verwandeln.
Die nächste Grauspechte-Veranstaltung am ersten Mittwoch im November findet dann in den Hergershäuser Wiesen bei Dieburg mit anschließendem Museumsbesuch statt. Diese wird letztmalig unter der Führung von Hans Schwarting stattfinden.

 

NABU Rodgau Apfelkelter am 3. Oktober

20200930 105929Vor dem Keltern die Apfelernte ©A. BöhmApfelkeltern 2020 2Weiterverarbeitung an der Presse ©A. Pulwey

Beim Naturschutzbund (NABU) Rodgau packten ein Dutzend Helferinnen und Helfer am Tag der deutschen Einheit mit an, um der Obsternte den süßen Saft zu entlocken.

20201003 115640Einer von Zwei Anhänger mit geernteten Äpfeln ©K. Benedickt

 

Dieses Jahr zelebrierte der NABU mehr einen internen Arbeitseinsatz denn ein Fest. War die sonst so gern von vielen Gästen besuchte Festivität in den letzten Jahren häufig von Sonnenschein und frischem Apfelsaft versüßt, so waren dieses Jahr die Voraussetzungen ganz andere. Der Himmel spielte auch nicht so richtig mit. Zwischendrin regnete es, worüber sich eingefleischte Naturschützer allerdings freuten.

 

Apfelkeltern 2020 6Voller Einsatz an der Presse ©A. PulweyApfelkeltern 2020 1Jeder Apfel wird begutachtet und verputzt ©A. Pulwey

Zwei Anhänger voller Äpfel hatten die NABU-Aktiven in den Tagen vor dem Keltertag gesammelt. Viele Äpfel wurden auf den eigenen Grundstücken geerntet, alles im biologischen Anbau, ohne jedes Spritzmittel. Beim Ernteeinsatz halfen auch zwei junge Rodgauer, die ein Freiwilliges soziales Jahr in den NABU-Gruppen des Kreises absolvieren, und befreundete Grundstückseigentümer, die den Ehrenamtlichen das pflücken des Obstes erlaubten. So kamen etwa 1,2 Tonnen Obst zusammen. Den Saft genossen die zwölf Aktiven des NABU vor Ort und hoben ihn für zu Hause und für die eigene Apfelweinproduktion auf.

Weiden-Tipi für die „Waldkita"

NABU Rodgau und Kita „die Wühlmäuse“ bauen zusammen ein Weiden-Tipi.
Das Projekt Weiden-Tipi wurde bereits im Frühjahr 2020 angebahnt, allerdings durch die Corona-Beschränkungen immer wieder verschoben. Anfang Juli war es dann soweit, Waldkinder sowie einige Eltern und Herr Benedickt vom NABU Rodgau setzten das „Projekt“ mit einem Arbeitseinsatz auf dem Kitagelände hinter dem Don-Bosco-Heim um.

Weiden Tipi für Waldkita 2Weiden Tipi für den WaldkindergartenKinder, wurden ausreichend Löcher gegrabenWeiden Tipi für Waldkita 3Klaus Benedickt erklärt den Kindern den Bau eines Weiden-Tipis

Weidentriebe gab es genug, doch mußte noch der günstigste Standort auf dem Gelände festgelegt werden. Da gingen die Meinungen schon ´mal auseinander; aber letztlich entschieden wir uns für die ruhige Seite des Geländes gegenüber den Gruppenhäusern. Nachdem der Durchmesser abgemessen war, passend für eine Gruppengröße von bis zu 10 Kinder, wurden ausreichend Löcher gegraben. Das war der Moment an dem alle Kinder eifrig mitgearbeitet haben.

Weiden Tipi für Waldkita 1Die Weidenrouten müssen ausreichend bewässert werden

Weiden Tipi für Waldkita 5Kontrolle ob alles richtig gemacht wurde

Erstaunlich, wie fest doch der Waldboden an dieser Stelle ist. Dann wurden die Weidentriebe eingesetzt und an stärkeren Stangen befestigt. Querverbinder sorgen für die Stabilität der noch großen Lücken. Zuletzt wurden die Triebe von den Kindern noch kräftig gewässert. Damit die Weiden auch den Sommer überstehen, wurde von Frau Schulte-Sasse, der pädagogischen Leiterin der Kita, über die Sommerferien ein Gießdienst organisiert. Nach den letzten, sehr trockenen Tagen Anfang August, konnte man schon skeptisch sein, ob die Triebe diese Zeit überleben. Aber nach einer letzten Inaugenscheinnahme, konnte man sehen, daß die jungen Triebe alle ausgeschlagen sind, eine gute Basis für die nächste Wachstumsphase im Frühjahr. Dann soll der Aufbau des Tipi durch Querstangen und einen Eingangsbogen noch weiter stabilisiert werden.
Ein weiteres Projekt, „Weidenzaun“ am Sandspielplatz, soll im nächsten Jahr zusätzlich realisiert
werden.
Es gibt viel zu tun …, wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der Kita im nächsten Jahr.

Bildmateriel von © Klaus Benedickt

 

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