GRAUSPECHTe - Exkursion zu den Wildpferden in Groß-Auheim

K.Benedickt P1160276GRAUSPECHTE am “Campo Pond“ Wir haben dieses Jahr wieder etliche Naturschutzgebiete besucht und eine ganze Menge interessanter Naturbeobachtungen machen können. Da kam Martin Schroth‘s Idee, zum Jahresabschluss, sein in 2008 initiiertes Wildpferdeprojekt zu besuchen, gerade recht. Eine willkommene Abwechslung zum Thema Artenschutz.

 

 

 

 

 

 

 

K.Benedickt P1160277Der “Campo Pond“ in Groß-AuheimAm Vormittag regnete es wider erwarten nicht,18 Grauspechte kamen,
trotz kaltem, böigem Wind, trocken durch den Vormittag. Der “Campo Pond“ in Hanau Groß-Auheim war, als ehemaliges Militärgelände der US-Streitkräfte, eine nur zu verlockende Fläche für ein Weide-Projekt zur Ansiedlung von Wildpferden.

 

 

 

 

 

 

 

P1160242 K.Benedickt Przewalski-Pferde (Equus caballus)K.Benedickt P1160247 Przewalski-Pferde (Equus caballus)K.Benedickt P1160254 Przewalski-Pferde (Equus caballus)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Przewalski-Pferde (Equus caballus) grasten friedlich auf dem Östlichen Gelände und kamen uns zögerlich, doch immer mehr, ein Stück entgegen. Aus dem Tierpark Hellabrunn/München stammten die ersten 3 Tiere. Heute besteht die Herde aus 7 Pferden, denen ein Areal von ca.101 ha, davon 19 ha Wald, zur Verfügung steht.

 

K.Benedickt P1160251Martin Schroth an der InfotafelMartin informierte uns über die Entstehung seines Projektes für das er federführend war. Nach der Zusage durch die Stadt Hanau und anfänglicher Bedenken beteiligter Institutionen, übernahm der Bund, in Vertretung durch den Bundesforst, die institutionelle Verantwortung. So konnte ab 2008 die Idee umgesetzt werden. Der Campo Pond wurde zum FFH-Gebiet ausgewiesen. Der Landschaftstyp besteht aus „Sandmagerrasen“ auf der Basis von Flugsandflächen/-Dünen.

 

 

 

 

 

 

P1160240 K.BenedicktMartin Schroth informierte GRAUSPECHTEDie Przewalski-Pferde (benannt nach dem russischen Oberst und Expeditionsreisenden) sind die einzige Wildpferdeart, die sich mit zwei weiteren Genen zu allen existierenden Hauspferdearten unterscheidet. Alle weiteren, originären Wildpferdearten sind ausgestorben. Knochenfunde in Kanada bestätigten, dass die Przewalski-Pferde dort schon vor etwa 700.000 Jahren lebten und sich während der letzten Eiszeit bis nach Europa verbreiteten. Die europäischen Tiere stammen ursprünglich aus den Ebenen der Mongolei.

 

 

 

 

 

 

K.Benedickt P1160260P1160273 K.BenedicktP1160274 K.Benedickt

 

Artenspezifisch sind die Pferde an ihrer stehenden Mähne, dem dunklen Aalstrich auf dem Rücken, dem behaarten oberen Schwanzabschnitt und restlichen schwarzen Zebrastreifen an den Innenseiten der unteren Beine, zu erkennen. Eine typische Markierung für in Steppen lebende Wildpferde.

 

 
P1160248 K.BenedicktStute "Erika" Kürzlich kam eine neue Stute "Erika" hinzu, die aber noch Akzeptanzprobleme in der Herde hat; eine schroffe Abwehraktion des Hengstes haben wir selbst miterleben können. Immer wieder gibt es einen Austausch von Individuen mit anderen Projekten oder Zoos, der in erster Linie zum genetischen Austausch dient. Die Gruppe soll erweitert werden, da die Größe der Herde für die Beweidung und damit Offenhaltung des Areals noch nicht ausreicht.

 

 

 

 

 

 

K.Benedickt P1160245SilbergrasDas ehemalige Militärgelände hat sich inzwischen, begünstigt durch das Weide-Projekt, zu einem artenreichen Biotop entwickelt. Silbergrasfluren haben sich eingestellt, 2 Heidelerchen- und ein Wiedehopfpaar haben im letzten Sommer gebrütet.

 

 

 

 

 

 

 

 

K.Benedickt P1160290Artenreiches Biotop am “Campo Pond“K.Benedickt P1160293Artenreiches Biotop am “Campo Pond“P1160295 K.BenedicktArtenreiches Biotop am “Campo Pond“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den Birkenwipfeln sahen wir eine Schar Schwanzmeisen und Goldhähnchen; ein Buntspechtpaar suchte die 300 Jahre alten Buchen auf dem ehemaligen Waldhutegelände auf.

 

K.Benedickt P1160282Eingang des Stierkäfers in einer FlugsanddüneDen Eingang zu den Brutröhren des Stierkäfers haben wir in einer Flugsanddüne gefunden. Das Einbringen von Kotpillen in die unterirdischen Gänge besorgt das Männchen, danach legt das Weibchen Eier auf die Pillen. Die Larven schlüpfen nach einem Jahr.

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Restaurant "La Toscana", unweit des Geländes, haben wir uns mitheißem Tee und Kaffee wieder aufgewärmt. Mediterranes Essen, im mitteleuropäischen Herbst, chuf eine lockere Atmosphäre zum Plaudern. Fotos von © Klaus Benedickt