Interessante Naturlandschaften in Rodgau

Wir kennen hier in Rodgau:

Andere wertvolle Lebensräume, wie Streuobstwiesen und Gewässer.
Die Lage der NSGs, FFHs und der NDs veranschaulicht die Karte.

Für die drei zuerst genannten ist die ausführende Behörde das Forstamt Langen vom Landesbetrieb Hessen-Forst und bei FFH-Gebieten auch das Amt für den ländlichen Raum beim Landratsamt des Hochtaunuskreises, während die beiden anschließend genannten unter der Aufsicht der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Offenbach stehen. Der NABU Rodgau unterstützt dabei mit ehrenamtlichen Schutzgebietsbetreuern, die vom Forst auch zu Rate gezogen werden. Die Schutzgebiete überlappen sich teilweise, so dass die nachfolgend genannten Flächenangaben nicht addiert werden dürfen.

FFH1 – Gebiet Düne von Dudenhofen (6,25 ha). Leitbild ist die offene Dünenlandschaft im Naturraum Untermainebene. Ziel ist dabei die Erhaltung des Sandmagerrasens und der Sandheiden. Das Gebiet umfasst auch das komplette flächenhafte Naturdenkmal ND1. (siehe auch dort)

FFH2 Gebiet Niederrodener Lache (127 ha). Es ist weitgehend identisch mit dem gleichnamigen oben genannten NSG4. (siehe auch dort)

FFH3- Gebiet Reikersberg bei Nieder-Roden (18,4 ha). Leitbild sind möglichst zusammenhängende extensiv genutzte Grünlandflächen. In einem Steinlesehaufen-Biotop dort wurde auch die Schlingnatter und die Zauneidechse beobachtet. Erhaltungsziele sind Sandmagerrasen (Dünen mit offenen Grasflächen, magere Flachlandmähwiese und artenreiche Borstgrasrasen. Pfeifengraswiesen und Brenndolden-Auewiesen.In diesem Gebiet liegt auch das im Volksmund „Konditorei“ genannte Areal.

VSG Sandkiefernwälder der östlichen Untermainebene (5.901 ha). Leitart ist der Ziegenmelker. 90% vom hessischen Vorkommen dieser recht seltenen Vogelart sind in diesem Gebiet und in dem weiteren VSG „Wälder der südlichen hessischen Oberrheinebene“ zu finden. Eine Auswahl weiterer Brutvögel in diesem Schutzgebiet sind: Baumfalke, Eisvogel, Grauspecht, Heidelerche, Kleinspecht, Mittelspecht, Neuntöter, Pirol, Schwarzmilan, Schwarzspecht, Uferschwalbe, Waldschnepfe, Wendehals und Zwergtaucher.

Das VSG hat drei Gebietsteile VSG1 bis VSG3. Eines davon liegt westlich von Jügesheim und ragt in die Dietzenbacher Gemarkung hinein. Ein zweites Gebiet liegt östlich von Dudenhofen und Nieder-Roden und ragt weit in den Landkreis Darmstadt-Dieburg hinein. Das dritte Gebiet liegt nordöstlich von Weiskirchen und ragt in den Main- Kinzig- Kreis hinein. Dieses recht große Schutzgebiet enthält mehrere der oben genannten anderen Schutzgebiete.

ND1 Düne von Dudenhofen. Es handelt es sich um eine Binnendüne, also eine Flugsandaufwehung im Landesinneren. Tiere:Heuschrecken: 18 Arten, davon 12 auf trockene Standorte angewiesen z.B. Ödlandschrecke auf offenen Böden Zweifarbige Beißschrecke in hohen Grasbeständen Heidegrashüpfer in niedrigen Grasbeständen

Tagfalter: 22 Arten, davon 4 auf Trockenstandorte: Sonnenröschen-Bläuling, Geiskleebläuling, Mauerfuchs, Rotbraunes Ochsenauge Laufkäfer: z.B. Sandlaufkäfer und Feldsandläufer
Spinnen: 32 Spinnenarten, davon 20 Bindung an Trockenstandorte, z.B. 3 Springspinnenarten auf den heißen, offenen Sandböden oder Krabbenspinnen an den Heideflächen
Hautflügler: sieben Ameisenarten, zehn Grabwespenarten, 12 Bienenarten
Sonstiges: Zauneidechse, Mauswiesel u.a.

Binnendünen sind von Natur aus selten, weil sie ausschließlich auf die ehemaligen Überschwemmungsgebiete großer Flüsse beschränkt sind.
Es handelt sich um Sand, der in der Eiszeit vor ca. 150.000 Jahren aus den Ablagerungen des damaligen Flusssystems vom Wind ausgeblasen und an anderer Stelle wieder zu "Dünen" angeweht wurde. Durch Bebauung, Aufforstung und ackerbauliche Nutzung gibt es kaum noch Dünen im naturnahen Zustand.

Aufgrund der extremen trockenen, nährstoffarmen und bei Besonnung heißen Böden kann nur eine hoch spezialisierte Flora und Fauna auf den Dünen vorkommen.
Nach historischen Karten und Luftbildern wurde die Düne von Dudenhofen bis vor ca. 50 Jahren kleinparzellig als Wald, Acker oder Obstwiese genutzt. Durch die Aufgabe der Nutzungen konnten sich die typischen Arten wieder ausbreiten. Das flächenhafte ND ist eine Teilmenge des oben genannten gleichnamigen FFH- Gebietes.

ND2 Dicke Tanne. Die „Tanne" ist eine fast 300 Jahre alte Waldkiefer (Baum des Jahres 2007) mitten im Opel-Prüffeld.

ND3 Luthereiche im Ortsteil Dudenhofen an der Straße „An der Luthereiche“.

ND4 Reikerseiche an der Landstraße L 3116 nach Babenhausen. Der Name ist inoffiziell.

Daneben sind auch die Landschaftsschutzgebiete (LSG) durchaus interessant. Im Kreis Offenbach sind weite Teile mit insgesamt 20 374 ha als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. In Rodgau sind das praktisch alle Waldgebiete. Die LSGs unterliegen keinem Betretungsverbot, sondern sollen speziell im Ballungsraum des Kreises wertvolle Naherholungs- Flächen dauerhaft erhalten. Nachfolgend sind zwei davon aus dem Gebieten der Stadt Rodgau kurz beschrieben:

Farnebüsch: Ehemalige Sanddüne westlich der Bahnlinie, heute vorwiegend Waldlandschaft und Naherholungs-Gebiet.

Leimenkaute und Beim Schafsee: Zwei zusammenhängende Feuchtbiotope nördlich der Kreisquerverbindung. Hier brütet regelmäßig die Nachtigall und natürlich auch weitere Vogelarten.


Gewässer: Die Rodau durchfließt Rodgau von Süd nach Nord. In ihrem Verlauf finden wir zahlreiche renaturierte Abschnitte. Die Wiederansiedelung des Eisvogels und neuerdings des Biebers sind Zeugnis für die Wirksamkeit dieser Maßnahmen.
Daneben gibt es viele Teiche in Wald und Flur. Mehr dazu auch bei Amphibien.