Nistkastenbau mit den Nabu-Kids 2017


© Andreas Pulwey

Beim Naturschutzbund (Nabu) wurde eifrig gebohrt, gesägt und gehämmert. Die Kindergruppe der Naturschützer bastelte an den Nistkästen für die anstehende Brutsaison und schuf so Wohnraum für die nächste Vogelgeneration. Für die Kinder stellte
die jährliche Bastelaktion eine Bereicherung und besondere Erfahrung dar, nahmen sie doch den mit
den eigenen Händen gebastelten Holzkasten mit
nach Hause. Die Freude dürfte noch wachsen, wenn dort im Frühjahr bald die Vögel einziehen. Bis März können die Häuschen aufgehängt werden.

Für die Erwachsenen des Nabu hat die Nistkastenaktion einen seriösen Hintergrund. Hohlräume in den Bäumen für Höhlenbrüter entstehen nur noch selten, da viele Bäume in unserer Kulturlandschaft vor dem Alter abgeholzt werden.

Der Nabu schafft für Meisen und Trauerschnäpper
somit Ersatzwohnraum in Form von hölzernen Nistkästen. Viele der Aktiven im Nabu betreuen Nistkästenreviere, sie kümmern sich somit um die
künstlichen Vogelnester,die draußen im Wald und
Flur aufgehängt wurden.

Dass unter den Vögeln
Wohnungsnot herrscht,
beweisen die dortigen Belegungszahlen.
Die Tiere
bauen in den künstlichen
Höhlen ein eigenes Nest.
Daran erkennen die Nabu-Leute die Quoten der Nutzung.
In Rodgaus Wäldern sind nahezu 100 Prozent der Nistkästen mit Nestern bebaut. In manchen Kästen wird gar zweimal pro Jahr gebrütet. Dann liegen zwei übereinander gebaute
Nester darin.

Teilweise machen andere
Tierarten den gefiederten
Freunden Konkurrenz. In
Ausnahmefällen finden
die Naturschützer bei den
jährlichen Reinigungsaktionen Waben von Wespen und Hornissen. Wer selbst den Singvögeln eine Behausung für das kommende Frühjahr anbieten
will, hat einigeTipps zu beachten. Der
Kasten sollte geschützt vor Wind und Wetter aufgehängt
werden.

Das kleine runde Loch am
Eingang gehört nach Südosten ausgerichtet, damit der meist vorherrschende Westwind nicht den Regen
hinein treiben kann. Und
man soll den Nistkasten
katzen- und mardersicher
machen, alsd den vierbeinigen Räubern keine Trittstufen
in Form von Ästen anbieten. Außerdem gehört
vor einen gut gebauten Kasten ein „Türschloss“
in Form eines kleinen Balkens oder eines gebogenen Nagels; fest genug, damit ihn der Marder nicht umlegen kann. Wer mehr als einen Nistkasten im Garten anbringen will, der sollte eine Distanz von 50 Metern zwischen den Standorten einhalten, denn sonst entstehen
Revierstreitigkeiten und Futterneid zwischen
den „Mietern“. Und ganz wichtig: Vor der nächsten
Brutsaison muss der Kasten mit einem Handfeger
gründlich gereinigt werden, damit kleine Insekten
sich nicht an den Jungvögeln festsetzen und deren
Gesundheit gefährden.