Biotopvernetzungsplanung in Rodgau - Süd

  NABU Nieder-Roden will die Biotopvernetzung von Dudenhofen bis Rödermark fortsetzen.
 
 
 

Die Vernetzung naturnaher Lebensräume für Pflanzen und Tiere soll nicht am Waldrand von Dudenhofen enden. Wir, vom NABU Nieder-Roden, wollen eine Verbindung bis nach Rödermark – Ober-Roden schaffen.

Den Löwenanteil der Planungskosten von gut 50 000 Mark hat dankenswerterweise die Flughafen Frankfurt Main AG übernommen, so dass die Stadt Rodgau nur rund 13 000 Mark an Planungskosten aufwenden muss. Dieser Betrag wurde in den Haushalt 2001 eingestellt.

Bisher konzentrierte sich die Biotopvernetzung auf die Ostgemarkung von Jügesheim und Dudenhofen. Seit zwei Jahren werden dort Teilgebiete ökologisch aufgewertet und miteinander verbunden. Dabei handelt die Stadt im Einvernehmen mit Landwirten, Naturschutzverbänden und Fachbehörden.

Die ersten acht Maßnahmen wurden mit Geldern der Ausgleichsabgabe bezahlt. Weitere 55 Projekte (aus einer Liste mit rund 170 Einzelmaßnahmen) hält die Untere Naturschutzbehörde für förderungswürdig.

Einige Kilometer weiter südlich, in Rödermark, sind mehrere Waldwiesenzüge freigelegt worden: Ein großer Erfolg für den Naturschutzbund im Kreis Offenbach und seinen Kreisvorsitzenden Werner Weber.

Anschluss an Waldwiesen

Auch zwischen Dudenhofen und Ober-Roden gibt es geschützte Flächen, unter anderem bei den Rodgauer Baustoffwerken und an der "Nieder-Röder Lache". Doch bisher sind diese Gebiete nicht systematisch miteinander vernetzt.

Diese Lücke im Biotopverbund wollen wir jetzt schließen. Vorsitzender Walter Weiland berichtet, diese Initiative sei sowohl bei der Stadt als auch bei der Flughafen AG auf offene Ohren gestoßen.


Als wichtig bezeichnet Walter Weiland unter anderem die Wiesen zwischen der Gänsbrüh und dem Kalksandsteinwerk. Dort existiere eine bislang unbekannte Artenvielfalt. "Jetzt wird dort endlich mal kartiert", freut er sich.

In zwei Wochen findet ein erstes Arbeitstreffen mit Dr. Wolfgang Göbel (Groß-Zimmern) statt. Der Biologe kennt sich in Rodgau aus: Er hatte im Auftrag der Stadt bereits die Biotopvernetzungsplanung für Jügesheim und Dudenhofen erstellt.

Göbel soll ermitteln, welche Grundstücke für den naturräumlichen Brückenschlag zwischen Dudenhofen und Ober-Roden notwendig sind. In einem nächsten Schritt streben wir eine Einigung mit den betroffenen Eigentümern an. Walter Weiland: "Es muss ja kein Ankauf sein. Eigentlich wäre uns lieber, wir würden mit den Eigentümern Pflegevereinbarungen abschließen."


Die künftigen Kosten kalkulieren wir mit rund 50 000 Mark pro Jahr. In den Haushalt 2002 der Stadt Rodgau wurde dieser Betrag eingestellt.

Schon seit vielen Jahren stecken wir ehrenamtliche Naturschützer viele Arbeitsstunden in die Pflege eigener und fremder Grundstücke. Wir lassen Magerwiesen mähen, schneiden Streuobstbäume zurück und pflanzen Feldholzinseln an. Wir, vom NABU Nieder-Roden, betreuen etwa 20 000 Quadratmeter. Vorsitzender Weiland: "Wir freuen uns über Jeden, der sich von uns die Wiese pflegen lässt." Auch die Stadt Rodgau hat etliche Flächen in die Obhut des Vereins gegeben.

Sehr Zeitaufwendig ist die Umwandlung ehemaliger Ackergrundstücke. Über Jahre hinweg wird der Boden "ausgemagert", damit sich dort wieder eine Pflanzenvielfalt entwickeln kann.