Garten AG - Seite 1

Erste Gäste auf dem Sandarium

Rotbeinige Wegwespe (Episyron rufipes)

Bei einem abendlichen Besuch im NABU-Garten entdeckte Birgit Emig die Rotbeinige Wegwespe wie

sie ein Loch im Sandarium gräbt.

Rotbeinige Wegwespe / © B. Emig

Rotbeinige Wegwespe / © B. Emig                                                                      

 

 

Rotbeinige Wegwespe mit Beute / © B. Emig 

 

Nach kurzer Zeit trägt die Wegwespe eine gelähmte Spaltenkreuzspinne in ihr Nest, um damit ihre Brut zu versorgen.

Alles in nur 20 Minuten!

 

Vorkommen

Die Art kommt von Europa bis Zentralasien vor. Sie besiedelt offene bis leicht bewachsene

Sandflächen und -wege. Die Tiere fliegen in zwei Generationen von Mitte Mai bis Anfang Oktober.

Die Art ist im Süden Mitteleuropas selten, im Norden verbreitet anzutreffen.

 

Lebensweise

Weibchen der Rotbeinigen Wegwespe legen ihre Nester im Sand an, wobei auch Aggregationen

mehrerer Weibchen gebildet werden können. Die Brut wird mit Radnetzspinnen versorgt, die meist

direkt aus dem Netz gefangen werden. Die Wespen fliegen dazu in das Netz und fangen die sich

fluchtartig abseilende Spinne ab. Diese wird dann rückwärts in die vorher angelegte Brutzelle

gezogen. Eine häufig eingetragene Spinnenart ist die Spaltenkreuzspinne (Nuctenea umbratica).

Oft stehlen sich die Wegwespenweibchen gegenseitig die Beute (Kleptobiose). Die Art wird von den

Kuckuckswespen Evagetes crassicornis, Evagetes pectinipes und Ceropales maculata parasitiert.

(Quelle: Rolf Witt: Wespen. Beobachten, Bestimmen. Naturbuch-Verlag, Augsburg 1998, ISBN 3-

89440-243-1.)

 

Sichelwanzen-Grabwespe / ©B.Emig
Sichelwanzen-Grabwespe / ©B.Emig

 

Sichelwanzen-Grabwespe (Dinetus pictus)

Vorkommen

Die Art kommt in Europa bis nach Norddeutschland, in Polen und im Süden Finnlands vor. Sie

besiedelt sehr trockene und temperaturbegünstigte Lebensräume mit offenen Sandflächen. Die Tiere

fliegen in einer Generation von Anfang Juni bis Anfang September. Die Art ist in Mitteleuropa selten.[1]

 

Lebensweise

Die Weibchen von Dinetus pictus legen ihre Nester häufig in kleinen Aggregationen an. Das Nest

besteht aus einem sechs bis sieben Zentimeter langen, zunächst schrägen, dann senkrecht nach

unten zeigenden Gang. Der Aushub wird vom Weibchen besonders rasch transportiert, wobei es

rückwärts aus dem Eingang fliegt. Der Nesteingang wird immer verschlossen. Die Brut wird mit

Larven und selten auch Imagines von Sichelwanzen versorgt. Beide Geschlechter übernachten in rund

zwei Zentimeter tiefen Gängen, die am Abend rasch ausgehoben werden. Die Art wird von Chrysis

bicolor parasitiert.

(Quelle: Rolf Witt: Wespen. Beobachten, Bestimmen. Naturbuch-Verlag, Augsburg 1998, ISBN 3-

89440-243-1.)